40 Jahre im Schuldienst

Das Jahr 2019 war für Sabine Buß aus Mellrichstadt das Jubiläumsjahr schlechthin. Sie hat das 60. Lebensjahr vollgemacht, im Mai nochmal geheiratet (und ihren Nachnamen von Scharfenberger in Buß geändert) und konnte am Freitag obendrein noch ihr 40-jähriges Dienstjubiläum an der Udo-Lindenberg-Mittelschule feiern. Am 17. September 1979 war ihr „Einschulungstermin“ als junge Fachlehrerin an der damaligen Hauptschule Mellrichstadt.

Um ihr Dienstjubiläum und ihre Person wollte Sabine Buß eigentlich kein großes Aufsehen machen. Als Zeichen der Wertschätzung ließ es sich Schulamtsdirektor Klaus Jörg aber nicht nehmen, einer kleinen Feierstunde im Lehrerzimmer beizuwohnen. Beim Blick in die Runde stellte er fest, dass sich das Kollegium an der Udo-Lindenberg-Mittelschule in den letzten Jahren deutlich verjüngt hat, was für Sabine Buß aber kein Anstoß sein sollte, über das Aufhören nachzudenken: „Wir brauchen Sie!“

Kurz ließ der Schulamtsdirektor den beruflichen Werdegang der Jubilarin noch einmal Revue passieren. Nach Grundschule und zwei Jahren Hauptschule besuchte Sabine Buß von der 7. bis zur 10. Klasse die Realschule Mellrichstadt. Mit der Mittleren Reife in der Tasche absolvierte sie in Bayreuth die dreijährige Fachlehrerausbildung für Kurzschrift und Maschinenschreiben. Daran schloss sich ein Ausbildungsjahr in der Fachrichtung Werken/Technisches Zeichnen in Nürnberg an. In Bamberg beendete Sabine Buß ihre Ausbildung mit einem pädagogischen Jahr im Alter von gerade einmal 20 Jahren.

Ihr erster Einsatzort war die Hauptschule Mellrichstadt, wo sie heute Fachoberlehrerin für die Fächer Wirtschaft (früher Textverarbeitung), Technik und Sport ist. „40 Jahre an der gleichen Schule, die man als Kind selbst besucht hat, das ist wirklich etwas ganz Besonderes“, meinte Klaus Jörg. In Anerkennung ihrer Leistungen überreichte er die Ehrenurkunde des Freistaates Bayern.

Das langjährige Wirken der beliebten Pädagogin wurde auch von Schulleiter Achim Libischer gewürdigt. Schon als Jugendlicher machte er „Bekanntschaft“ mit Sabine Buß als Betreuerin bei einer Ferienfreizeit des Kreisjugendrings in Griechenland. Die Zeit sei scheinbar spurlos an der Jubilarin vorübergegangen.

Wer wie Sabine Buß nach 40 Jahren Lehrerdasein noch mit so viel Spaß und Elan bei der Sache sei, der müsse schon „Nehmerqualitäten“ besitzen, schmunzelte Libischer. Vor allem, wenn man sich voller Tatendrang auch noch zusätzliche Aufgaben „aufhalst“. So habe sie in ihrer Funktion als Sportbeauftragte „mit kindlicher Freude“ an einem neuen Konzept gebastelt, das vorsieht, dass die Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen ab dem neuen Schuljahr ihren Neigungen entsprechend aus einem Kursprogram wählen können (Ballsportarten, Schwimmen und Aerobic). Mit dem Ziel, dass sich die Zahl der „Drückeberger“ beim Schulsport verringert. Ferner engagiert sich Sabine Buß im Förderverein der Udo-Lindenberg-Mittelschule und als „Vergnügungswartin“ bei der Organisation von Ausflügen.

„Für dich ist Schule mehr als ein Job“, fasste Libischer all die lobenden Worte zusammen. Mit edler Feinkost statt Blumen sagte er im Namen der Schulfamilie danke für das bisher Geleistete. Allen guten Wünschen schloss sich auch Caroline Kolb im Namen des Personalrats an.

Wer seine Arbeit gerne tut, der macht sie auch gut. Sabine Buß ist ein leuchtendes Beispiel dafür: „Auch nach 40 Jahren bin ich noch gerne Lehrerin und freue mich jeden Tag darauf, in die Schule zu gehen, fiebere sogar dem Ende der Sommerferien entgegen.“ Und die Zahl der Kinder, denen sie mit so viel Schwung das „Tastenflitzen“ beigebracht hat, dürfte sich in 40 Jahren locker im vierstelligen Bereich bewegen.

TEXT: Carmen Hahner, Streutal-Journal
Bilder: Carmen Hahner, Simone Haupt