Arno Köster ist eine Persönlichkeit, der man zuhört. Nicht nur deswegen, weil er ein Freund und Vertrauter von Udo Lindenberg ist. Sondern weil er auch was zu erzählen hat. Denn Köster versteht sich als Botschafter der Udo-Lindenberg-Stiftung und besonders für die Projekte dieser Stiftung in Kenia.

In dieser Eigenschaft war er am vergangenen Dienstag an der Udo-Lindenberg-Schule in Mellrichstadt zu Gast, um von seinen Erlebnissen und Erfahrungen in Kenia zu berichten.

Er hatte sein Buch mitgebracht, es hat den Titel „Hoffnung für Kenia. Die Udo-Lindenberg-Stiftung in Kenia“, aus dem er Ausschnitte vorlas, zusätzliche Erläuterungen gab und vor allem die Fragen der Schüler beantwortete.

In zwei Gruppen hatten sich die Schüler der ULMS in der Aula der Schule eingefunden, zuerst die etwas älteren, danach die von der Unterstufe.

Der Schulleiter Achim Libischer hatte den Gast seinen Schülern vorgestellt, dann gaben Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe eine kurze Einführung in das afrikanische Land Kenia, wobei sie u. a. auf Geografie, die Hauptstadt Nairobi, Staatsform, Sprachen, Sehenswürdigkeiten, Ethnien, Lebensverhältnisse und Bevölkerungsschichten, Land- und Stadtleben einschließlich Slums in Kenia, Bildung und Analphabetismus und Wirtschaft eingingen. „Kenia ist ein Land der Gegenätze“, fassten sie ihre Ausführungen zusammen.

Köster passte sein vorgefasstes Programm flexibel an den Wissensdurst der Schüler an. Und der war enorm, besonders bei den Unterstufenschülern. Um alle  Fragen der hoch interessierten Schüler zu beantworten, hätte der Vormittag nicht ausgereicht. Trotzdem entstand mosaikartig ein vertieftes Bild von dem Land in Ostafrika. Libischer selbst stellte Fragen, kritische sogar, etwa, als er wissen wollte, warum die Bevölkerung der Kenianer überwiegend arm ist. Köster sah Gründe dafür im Erbe des Kolonialismus, als die Briten sich aus dem Land zurückzogen und nichts für einen geordneten Neuanfang des Landes in der Unabhängigkeit taten. Er machte aber auch die Führungsschicht verantwortlich, die auf Bildung der Bevölkerung keinen Wert legt, obwohl viele Einheimische lernen wollen. Denn ungebildete Menschen sind viel leichter zu beherrschen als gebildete mit Kritikvermögen. Außerdem lähme die allverbreitete Korruption den Fortschritt. Das führe u. a. dazu, dass perspektivlose junge Männer in die Hände radikaler Islamisten fallen. Deswegen müssten wir uns um Kenia und um Afrika kümmern und helfen, weil sonst die Afrikaner zu uns kommen, mit all den Begleiterscheinungen, die wir bereits aus der Flüchtlingswelle der vergangenen Jahre bei uns kennen.

Köster hat einen unverstellten Blick auf Kenia und seine zurückgebliebenen Verhältnisse. Trotzdem liebt er das Land und seine freundlichen Menschen. Denn wenn er sich für diese im Rahmen der Udo-Lindenberg-Stiftung einsetzt, geben sie ihm auch menschlich etwas zurück; und es sei sehr befriedigend zu sehen, dass ein Projekt angenommen werde und im Laufe der Zeit wachse und gedeihe.

 

Text und Bilder: Herr Rautenberg